BARFen

BARF steht für „Bones And Raw Foods“ oder „Biologisch artgerechte Rohfütterung“ und ist das Füttern von unveränderten, rohen Produkten wie Fleisch, Knochen, Ölen/Fetten, Eiern, Gemüse, Obst, Kräutern und ähnlichem. Vorbild hierfür soll eine möglichst naturnahe Fütterung sein, oftmals auch an den Wolf angelehnt. Im Idealfall wird hierbei für jeden Hund individuell eine Ration zusammengestellt. Diese muss, wie jedes andere Hundefutter, ausgewogen sein.

Pastinake findet sich oft in BARF-Rationen

Um dies zu erreichen empfiehlt es sich eine Ration von Fachkundigen Personen errechnen zu lassen. Bei selbst erstellten Rationen kommt es leider häufig zu Über- und Unterversorgungen. BARFen wird generell nicht für im Wachstum befindliche, oder kranke Hund empfohlen, da diese spezielle immer gleichbleibende Diäten benötigen.
Ein weiterer Aspekt, den es zu bedenken gilt ist, dass mit rohem Fleisch hantiert wird. Deswegen muss vermehrt auf besondere Hygiene geachtet werden. Dies gilt besonders, sollten sich im Haushalt Kleinkinder oder alte/schwache/kranke Menschen befinden. Gänzlich abzulehnen ist die Fütterung von rohem Schweinefleisch. Hierbei besteht die Gefahr, dass sich der Hund mit dem Aujeszky-Virus ansteckt. Diese Krankheit endet bei Hunden leider immer tödlich.

 

Typische Problemfelder

Knochen als Calziumspender. Ja, Knochen enthält viel Calzium und Phosphor. Aerdings kommt nicht jeder Hund mit der Knochenfütterung zurecht, das Risiko einer Zahnverletzung ist gegeben und wer einmal in der Woche einen Knochen füttert hat an dem einen Tag einen eklatanten Überschuss, dafür an den anderen sechs Tagen eine deutliche Unterversorgung.
Roher Fisch enthält Thiaminasen. Diese behindern die Aufnahme von Thiamin (=Vitamin B1). Rohe Eier enthalten Avidin. Dieses behindert die Aufnahme von Biotin (=Vitamin B7).
Roher Schlund enthält noch Schilddrüßenhormone und sollte vermieden werden um eine Schilddrüsenüberfunktion zu vermeiden.
Rohes Gemüse ist schwer verdaulich und kann zu Durchfall führen. Zusätzlich enthalten Pflanzen sekundäre Inhaltsstoffe die sich negativ auswirken können und beim Kochen inaktiviert werden. (Beispiel Solanin in der rohen Kartoffel)

 

Fazit

Wer BARFen will muss sich also ausreichend mit der Thematik beschäftigen, dann kann BARFen durchaus eine artgemäße Ernährungsform für den Hund darstellen. Mit der Voraussetzung, dass die Ration von sachkundigen Personen erstellt wurde und gewisse Vorsichtsmaßnahmen/Regeln eigehalten werden.