M wie Mengenelemente

Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium und Chlorid. Was haben diese Elemente gemein? Sie gehören alle zu den sogenannten Mengenelementen. Warum sie so heißen, wofür sie im Körper sind und wo sie vorkommen: Das alles ist unser heutiges Thema.

Mengenelemente sind, wie der Name schon sagt, Elemente, die der Körper in größeren Mengen benötigt. Diese Elemente zählen auch zu den essentiellen Nährstoffen, die der Körper tagtäglich benötigt um zu funktionieren. Anders als zB bei Vitaminen, oder Proteinen kann ein Element vom Körper oder Pflanzen nicht gebildet werden. Elemente sind die Grundbausteine aus welchen Produkte wie Vitamine überhaupt erst entstehen können. Daraus folgt, dass Elemente nicht „zerstört“ werden können. Enthält Fleisch beispielsweise eine gewisse Menge Phosphor und man verbrennt alles bis nur noch Asche da ist, so befindet sich in der Asche gleich viel Phosphor wie davor.
Auch für Pflanzen gilt: Der Gehalt an Mengenelementen kann nur dem entsprechen, was sie aus dem Boden aufnehmen können, nicht was sie selber generieren. Sehen wir uns jetzt kurz die einzelnen Mengenelemente an

Kalzium

Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Um nur einige wichtige zu nennen: Mineralisierung von Skelett, Enzymaktivierung, Blutgerinnung, Permeabilität (Durchlässigkeit) von Zellen und Signaltransduktion (zB. Muskelkontraktion, oder Erregung von neuronalen Zellen). Rund 98% des Kalziums befindet sich in den Knochen, dem einzigen Speicher im Körper. Der Rest zirkuliert vor allem im Blut. Dieses „freie“ Kalzium spielt eine wichtige Rolle, so wichtig, dass der Pegel im Blut sehr streng kontrolliert wird. Besteht die Gefahr geringer Abweichungen greifen sofort mehrere Regelmechanismen und eigene Hormone, wie das Parathormon aus der Nebenschilddrüse ein und verhindern es. Kommt es dennoch einmal zu einer Schwankung hat dies sofort schwerwiegende Folgen, wie zB Eklampsie bei Hündinnen.

Phosphor

Auch hier befinden sich ca. 80% im Knochen, der Rest zirkuliert im Körper. Ähnlich dem Kalzium ist auch Phosphor entscheidend für den Körper. Aufgaben sind u.a. die Aktivierung von Substraten, der zelluläre Energiestoffwechsel, es ist Bestandteil von Nukleinsäuren und vielen Proteinen. Hier wird nicht so stark reguliert, der Wert im Blut kann unter Umständen stärker schwanken. Mängel führen hier zu Skelettveränderungen und Wachstumsstörungen. Überschuss ist vor allem für ältere Tiere und Nierenpatienten äußerst negativ.

Magnesium

Es kommt in etwa zu 50% im Knochen und im Weichteilgewebe vor. Es ist Bestandteil zahlreicher Enzyme und damit im Stoffwechsel von Kohlehydraten, Fetten und Eiweißen unentbehrlich. Ein Mangel führt zu Bewegungsstörungen und Muskelschwäche, im Extremfall zu tonisch-klonischen Krämpfen. Zu viel Magnesium verursacht Durchfall und fördert Harnsteinen (wenn gleichzeitig Protein und Phosphor auch zu viel sind)

Natrium und Chlorid, auch bekannt als Salz

Beide sind vorwiegend extrazellulär also „frei“ im Körper vorhanden, vor allem im Blut. Zusätzlich ist Natrium auch im Knochen und Chlorid vor allem in der Haut und Magen(Magensäure) vertreten. Beide sind maßgeblich am Wasserhaushalt des Körpers beteiligt. Außerdem dienen sie dem Erhalt des Säure-Basen-Gelichgewichts und der neuro-muskulären Erregbarkeit. Langanhaltender Mangel an Natrium führt allgemein zur Austrocknung des Körpers und verringertem Blutvolumen. Herz und Atemfrequenz steigen, die Tiere zeigen Lecksucht. Ein Überschuss wird in tierartlich unterschiedlichen Mengen toleriert. Bei zu viel kommt es zur Salzvergiftung mit Gehirnödemen, Krämpfen und Durchfall.

Kalium

Es wird, allerdings nur schlecht, in Leber und Muskulatur gespeichert, der größere Teil liegt hier intrazellulär, also in Zellen vor. Kalium ist wichtig für die Aktivität vieler Enzyme und es reguliert den Druck in Zellen. Bei einem Mangel kommt es zu tiefgreifenden Störungen wie Blutdruckabfall, Abnahme der Nierendurchblutung und paralyseartigen Erscheinungen bei Jungtieren.

Bedarf an Mengenelementen

In der jetzigen Zeit ist es dank ausgewogener Alleinfuttermittel selten, dass wirklich gravierende Mängel oder Überversorgungen auftreten. Gute kommerzielle Futter decken den Bedarf ausreichend und sind auch so zusammengesetzt, dass die Verhältnisse der Elemente zueinander stimmen. Ein Beispiel, welches zu Problemen und Erkrankungen führen kann sind unausgewogene selber zusammengestellte Rationen, oder Abusus von Nährstoffpräparaten. Bei selbst zusammengestellten Rationen ist es besonders wichtig diese von einer fachkundigen Person berechnen zu lassen und passende Futtermittel zu verwenden. Wie auch schon in einem vorherigen Artikel erwähnt eignet sich Adultfutter nicht für Welpen und Junghunde, was leider auch immer öfter ein Grund für schwerwiegende Probleme ist.

Fazit:

Mengenelemente kommen in so gut wie jedem Futter- und Lebensmittel vor. Eine ausgewogen Zusammenstellung aller Nährstoffe ist für einen gesunden Organismus nötig. Barfer und Selberkocher müssen mit Mineralstoffmischungen ergänzen, wobei wildes ergänzen genauso schlecht ist wie gar nichts beizufügen. Welpen brauchen unbedingt Juniorfutter, kein Adultfutter.

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