X wie X-fach erhöhte Zufuhr

 Viel hilft viel. Oder doch nicht? Warum gibt es überhaupt Richtwerte für den Bedarf und die Zufuhr von Nährstoffen und ist es wirklich schlimm wenn es zu viel ist?

In der Tierernährung dreht sich alles um Bedarfszahlen. Jahrzehnte lange und weiter laufende Forschung haben für fast alle aufnehmbaren Futterkomponenten bestimmte Werte für eine adäquate Zufuhr festgelegt. Daraus resultiert ein Minimalbedarf, ein Maximalbedarf und ab wann es kritisch wird, sollte der Maximalbedarf kurz oder langfristig überschritten werden.

Zu viel Zufuhr?

Pauschal kann man nicht sagen, ab wann es kritisch wird, trotz festgelegter Bedarfszahlen. Es muss immer auch das Individuum betrachtet werden. Als Beispiel: Ein ausgewachsener gesunder Hund kommt sicherlich besser mit zu viel Protein bzw Eiweiß klar, als ein alter und nierenkranker Hund. Hier ist jedes Gramm zu viel mit negativen Konsequenzen behaftet. Nichts desto weniger ist auch für einen gesunden Organismus ein hochgradiges zu viel an jenem Protein genauso belastend, auch wenn man keine direkt sichtbaren Probleme erkennen kann.

Manchmal kann es sein, dass ein einmaliges, auch deutliches Überschreiten der Maximalmenge noch keinerlei Probleme darstellt. Kommt es aber häufiger vor, so muss mit Problemen gerechnet werden. Als Beispiel: Eine einmalige Gabe von viel zu viel Vitamin A (zB in Form von Leber) birgt noch kaum Risiko. Wiederholt sich diese Gabe jede Woche einmal so besteht die Gefahr einer Vitamin A Vergiftung.  Siehe dazu auch unseren Artikel über  Vitamin A.

Der Körper nimmt sich was er braucht

Diese Wunschvorstellung ist leider wirklich zu schön um wahr zu sein.  In der Realität sieht es so aus, dass der Körper nimmt was er kann. Frühestens nach der Aufnahme wird geregelt, ob etwas metabolisiert(verbraucht/umgewandelt), gespeichert oder ausgeschieden wird. Und selbst hier gibt es leider das Problem, dass nicht alles bei Überschuss einfach ausgeschieden wird. Einige Nährstoffe werden immer gespeichert bzw nur so langsam ausgeschieden, dass es dennoch zu einer Überversorgung mit eventuellen negativen Folgen kommen kann.

Ressourcen sparen

Ein weiterer Aspekt, der gegen “zu viel” spricht ist das Vermeiden von unnötiger Verschwendung.
In einem ausbalanciertem Futter ist nur das drinnen, was wirklich gebraucht wird. Stimmt die Verwertbarkeit des Futters wird eine maximale Menge davon auch wirklich vom Körper verwendet und nicht sinnlos wieder ausgeschieden. Nehmen wir das Beispiel Fleisch. Um Fleisch zu verdauen muss die Bauchspeicheldrüse passende Enzyme bilden. Kommt nun so viel Protein in den Darm, dass irgendwann die Enzyme aufgebraucht sind, so wird der Rest einfach wieder ausgeschieden. Auch das, was der Körper nicht braucht, aber trotzdem aufnimmt wird sofort wieder ausgeschieden. Es wird also Fleisch als teures Nahrungs- und Futtermittel quasi verschwendet. Bekommt jeder Hund nur das, was er braucht und verwerten kann, so sinkt der Verbrauch und der Bedarf an Fleisch. Selbst hier kann also ein Beitrag zur Umwelt und Tierschutz geliefert werden.

Fazit

Selbst wenn eine Überversorgung nicht akut ein Problem für den Hund darstellt, so sollte man dennoch versuchen diese zu vermeiden. Erstens, um unnötige Risiken für das Tier und den Körper zu vermeiden und zweitens, um Ressourcen zu sparen.